Bemerkenswert

Hallo Welt!

Tach auch! 🙂

20150608_120113Mein Name ist Kiki und ich bin ein Chaot. Mein Lebensmotto lautet: „Ordnung ist etwas für Leute, die zu faul zum Suchen sind.“

Ich bin 35 Jahre alt, Mama von zwei reizenden Jungs: Maximilian- kurz Maxi; 5 Jahre alt und Paul-Gabriel – kurz Paulchen; knapp 3 Monate.

Mein Leben verläuft auch chaotisch, aber das ist gut so. Normal kann jeder.

So habe ich mich letztes Jahr im Mai von meinem Mann nach 10 Jahren getrennt, habe einen anderen Mann kennen gelernt und bin sofort schwanger geworden. Ich durfte nicht mehr arbeiten und so fand ich mich von heute auf morgen zu Hause auf der Couch- mitten im Chaos, weil ich mich erst einmal „orientieren“ musste. 🙂

Mein neuer Freund beschloss, dass wir „die Kugel rollen lassen sollten“ (und er meinte nicht meinen Bauch, sondern die Situation) und so kam es, dass er 80% des Tages bei uns verbringt. Wir verstehen und prächtig. Auch wenn er mein Chaos nicht zu würdigen weiß. Ich bin eben ein kreativer Mensch und als solcher… eben chaotisch.

Also habe ich innerhalb von einem Jahr mein gesamtes Leben verändert.
Was nicht unbedingt schlecht ist- im Gegenteil! Es hat sich alles zum Guten gewendet. Auch mit Maxis Vater (meinem Noch- Ehemann) habe ich meinen Frieden gemacht. Was bringt es, ihn zu hassen?

In meiner Freizeit (wenn Maxi in der Kita ist und Paulchen schnarcht) bastel ich viel, spiele an meinem Handy herum und ärgere meinen Lebensgefährten.

Ich möchte in meinem Blogg verschiedene Themen beleuchten: Zum Einen mein Leben und zum Anderen Themen aus dem Leben. Aktuelles zu Themen, die mich interessieren und zu denen ich meine eigene- wenn vielleicht auch chaotische- Meinung beziehen werde.

Mein Söhnchen Maxi ist Autist. Mein Freund sagt, dass ich auch autistische Züge hätte. Dazu später mehr.

In diesem Sinne wünsche ich frohes Lesen!

Hilfsplangespräch :-(

Am Mittwoch hatte ich Hilfsplangespräch an Maxis Schule.
2-3 Lehrerinnen, eine Sozialpädagogen, die Schulbegleiterin, Träger der Schulbegleitung (Johanniter), sowie eine Frau vom Jugendamt und ich an einem runden Tisch.
Es wurden von allen Seiten Maxis Probleme genannt… klar, Ziel des Gespräches ist es nun einmal, die Schulbegleitung für nächstes Jahr genehmigt zu bekommen. Aber es war wirklich hart, zu hören, wie sich mein armer Kleiner jeden Tag in der Schule quält und trotzdem jeden morgen tapfer in den Bus steigt. Es muss für ihn eine wahnsinnige Anstrengung sein, sich dort anzupassen… ich könnte heulen!

Ich habe von der Sozialarbeiterin der Schule das Gesprächsprotokoll geschickt bekommen und werde es Euch hier präsentieren:

Situation in der Tagesstätte – Frau M. berichtet 
Ohne Schulbegleitung war es sehr schwierig wenn Maxi schreit, sich verkrampft, sich dreht, beim Anziehen etc.
 Mit Schulbegleitung deutlich besser, Selbständigkeit wird trainiert
 Insgesamt macht Maxi Fortschritte, kann auch ruhig spielen, kann mit anderen Kindern sprechen und spielen fährt gerne Roller und Fahrrad
 Mit einigen Mitschülern gibt es Konflikte, Maxi kann schnell explodieren, einige testen das aus
 Ziel: Maxi soll nicht isoliert mit seiner Schulbegleiterin sein, sondern in die Gruppe integriert sein
 Maxi zeigt manchmal extremes Schreiben beim Spielen, Frau M. arbeitet mit einem Verstärkerplan und trainiert mit ihm sich zurückzunehmen

Situation im Unterricht – Frau H. berichtet
 Maxi hat durch die Wechsel von Lehrkraft und Schulbegleitern viel verkraften müssen
 Mit Hilfe von Frau Östreich kann Maxi derzeit den Schulvormittag gut bewältigen
 Die Begleitung ist für Maxi sehr wichtig, so können schwieirge Situationen vermieden werden (z.B. Abholen von der Pause, Schwierigkeiten mit anderen Kindern)
 Nach konzentriertem Arbeiten kann Maxi auch eine erholungsphase haben mit Frau Östreich z.B. am Aquarium
 Maxi hat als autistisches Kind Schwieirgkeiten im sozial-emotionalen Bereich, für ohne ist es sehr anstrengend den ganzen tag in der Gruppe zu sein, durch die Schulbegleiterin kann es hier Pausen für ihn geben
 Die Zusammenarbeit mit Frau Ö. ist sehr wertvoll
 Das Arbeitsverhalten von Maxi ist deutlich besser geworden, er schafft es jetzt seine Aufträge zu erledigen und auch mal eine „Kronen-Station“ zu machen
 Wunsch an Träger: Fortbildung zum Thema Autismus
 Maxi bekommt Ergotherapie und Logopädie in der Schule
 Logo ist sehr wichtig für ihn, auch da ist Frau Ö. dabei

Frau Ö. berichtet (Schulbegleiterin)
 Maxi ist sehr ablenkbar – Frau Ö. achtet darauf, dass nur noch das auf dem Tisch liegt, was Maxi direkt braucht
 Orientierung beim Schreiben und Rechnen: Maxi braucht Hilfe um zu wissen wo er gerade ist, wo es weiter geht
 Abwesenheit: Maxi schaut manchmal während des Arbeitens in die Luft, so braucht er für Aufgaben sehr lange und muss immer wieder direkt erinnert und aufgefordert werden.
 Organisation ist sehr schwer für Maxi, er vergisst die Schultasche, braucht genaue Ansagen
 Maxis ist oft motorisch unruhig, zappelt, haut sich selbst auf die Wange, bekommt Schreianfälle
 Für Stress-Situationen (Schreianfälle, Verkrampfen) sucht Frau Ö. Lösungen, wichtig ist ihr seine Würde in der Gruppe zu wahren
 Auch wenn Maxi unruhig ist, arbeitet er manchmal gut

Situation zu Hause – Frau S. berichtet
 Maxi kann am Wochenende nur schwer für sich alleine spielen, spielt gerne Lego, am liebsten will er Fernsehen oder Playstation spielen, das darf er aber nur eine Stunde
 Jeden Tag nimmt sich Frau Schwarz eine halbe Stunde Zeit für Maxi, wenn sein kleiner Bruder Paul schon im Bett ist, dann schauen sie Bücher an oder erzählen
 Abends dreht Maxi oft nochmal richtig auf
 Ferienfreizeit: Frau Schwarz hat schon bei Buntberg und Wendelberg gefragt, dort gibt es aber keine spezielle Betreuung
 Ideen wären noch die Lebenshilfe

Weiterführung Schulbegleitung
 Frau H. plädiert für eine Weiterführung im gleichen Stundenumfang, gerade wegen der vielen Wechsel in den letzten Monaten
 Frau D. schätzt die Hilfe als notwendig und geeignet, über den genauen Umfang kann sie noch nichts sagen
 Frau D. braucht Bericht von Frau H. und von Frau Ö./den Johannitern
 Frau S. muss den Antrag bei Frau D. stellen

Mittelung von Maxis Lehrerin

Im gelben Mittelungsheft stand gestern eine ziemlich heftige Ansage der Lehrerin aus der Mittagsbetreuung. Kurz gefasst: Maxi schreit ständig und sie will ihn nun mit Spielausschluss sanktionieren.

HÄ? WAAAS??

Ey Leute… mein Kind ist Autist!
Wenn er einen Overload hat, dann gibt es einen Trigger dafür.
Eure Aufgabe ist es, Maxi aus solchen Situationen raus zu nehmen und nicht auch noch zu bestrafen! Einen Rollstuhlfahrer wird man auch nicht des Spieles verweißen, weil er nicht aufstehen kann!!!

Da will mir die Schule erzählen, Maxi sei kein Autist, sondern ADHS-ler und nun haben sie AUTISMUS und erkennen es nicht.

Ich habe natürlich mit Maxi über das Schreien gesprochen. Er erklärte mir, dass er manchmal, wenn z.B. K. ihm hinterherrennt und am Shirt zieht, wie ein „überlasteter Roboter“ sei und dann das Schreien einfach käme. Heute hat er in der Schule versucht, nicht zu schreien und laut Schulbegleiterin hat das auch funktioniert… allerdings stand er da, verkrampfte sich, verdrehte die Augen. Sie führte Maxi dann zu seinem Platz zurück und er war einpaar Minuten nicht ansprechbar. Nachdem Vorfall erklärte Maxi seiner Schulbegleiterin, dass der „Roboter kaputt war“.
Ach mein armer, kleiner, Schatz!

Am Mittwoch haben wir Hilfsplangespräch in der Schule an einem großen, runden Tisch. Da werde ich mal eine Runde Autismusaufklärung betreiben müssen!

Zum Glück haben wir uns bei einem Kinderpsychologen angemeldet- eigentlich zur Klärung, ob Maxi zusätzlich noch ADHS hat. Aber sicher kann er uns auch mit Maxis emotionalen Schreikrämpfen helfen.

Jobcenter und Wohngeldstelle (die gefühlte No 123)

Es hat ja alles so schön angefangen…

Ich würde meine Miete gezahlt bekommen… nein, bekomme ich nicht. Sie hat vergessen den Unterhalt meines Exmannes einzurechnen. Sch*** Naja, alles in allem 116€ / Monat. Das ist ja auch okay und reicht mir- eigentlich.

Nun sollte ich mich aber doch an die Wohngeldstelle wenden, weil ich dort wahrscheinlich mehr Geld bekommen würde. Auch gut- abgesehen, dass es erst hieß: Wohngeldstelle ja, nein und jetzt doch ja.

Also ging ich mit all meinen Unterlagen, nebst aktuellen Kontoauszügen zur Wohngeldstelle. Alles okay, bis sie meine Auszüge sah:
Mein Exmann hatte mir 3 Monate keinen Unterhalt gezahlt und das dann alles auf einmal überwiesen. Aber nun habe ich für Juni ja viel zu viel Geld!!! Also gibt es für Juni erstmal gar nichts.
Und weil ich ja dann 3 Monate sehr wenig Geld hatte (ich habe zum Glück Rücklagen- wenn auch nicht viel, aber ich konnte es ausgleichen) will die Gutste nun bis zum 8. Juli alle Kontoauszüge von April bis zum Juli sehen.

Leider habe ich meine Auszüge bis Mai schon entsorgt (ja macht man nicht, aber ich war im Aufräumwahn), also fehlen mir der April und der Mai… So habe ich bei der SERVICE- Hotline der Deutschen Bank (schreibe ich extra, dass Ihr es alle wisst!) an um mir die Kontoauszüge schicken zu lassen. Nach ewigem Kontonummer- Aufsagen wurde ich weiter geleitet zu einem Mann, der mir nett erklärte, dass ich 4,-€ pro Seite bezahlen müsse. „4,-€?!“ schrie ich ins Telefon (der arme Mann, aber ich konnte mich nicht zurückhalten)
Er meinte dann, ich solle mein Glück in der Filiale direkt versuchen und mein hübschestes Lächeln auflegen und fragen, ob sie mir die Auszüge so ausdrucken würden…

DAS nenne ich mal SERVICE… 4,-€… die haben doch nicht mehr alle Zacken in der Krone… das wären dann mal locker 80,-€…

Maxi macht mir Sorgen…

Mein großer Raubautz macht mir Sorgen.

Gestern hatten wir Sommerfest seiner Schule und dort traf ich mich natürlich mit seiner Schulbegleiterin.
Sie berichtete mir, dass Maxi gestern einen „Schreianfall“ hatte. Ganz ohne ersichtlichen Grund fing er plötzlich in der Pause an kurze, grelle Schreie von sich zu geben und war nicht ansprechbar. Nicht einmal, als die Schulbegleiterin ihn fest in die Arme nahm (dass er sich selbst spüren kann). Erst als sie Maxi zum schuleigenen Aquarium brachte- da gehen beide oft hin, wenn Maxi aufgeregt ist- konnte er sich beruhigen und mit dem Schreien aufhören.
Maxi hatte noch nie einen Overload- bis jetzt.

Außerdem schlägt sich Maxi immer öfter selbst mit der Hand an den Kopf… Zu Hause und auch in der Schule. Ich weiß nicht, ob er das macht um Aufmerksamkeit zu bekommen: „Maxi, mach das nicht, das tut doch weh!“ „Nein, das macht mir Spaß.“
Macht er das nun wirklich zum Spaß, oder macht es ihm Spaß, sich selbst zu spüren?
Zudem bohrt er sich immer öfter die Spitze seines Bleistiftes in die Hand. Noch sieht man nichts, aber die Schulbegleiterin ist beunruhigt.

Nun gut. Den Fragebogen für den Kinderpsychiater habe ich ausgefüllt und weggeschickt. Dort wird er ausgewertet und dann bekommen wir einen Termin.

Back again!

Hallo liebe Leserinnen und liebe Leser,

tut mir leid, dass ich die letzten Wochen nicht gepostet habe, aber mir ging es psychisch echt nicht gut…
Habe jetzt neue Tabletten bekommen und hoffe, dass jetzt wieder alles besser wird. (Ziemlich tiefes Tief gehabt)

Ansonsten ist alles beim Alten: Paulchen hatte wieder mal ne Bindehautentzündung und Maxi… ja Maxi macht mir einpaar Sorgen, aber davon später mehr.

Liebe Grüße an meine Lieben ❤

Gedanken eines kleinen Autisten #45

Letzten Dienstag waren wir beim Kinderarzt. Es ging um Maxis Verdacht auf ADHS.
Um schon einmal vorab sicher zu gehen, dass Maxis Zappelei nicht von der Schilddrüse kommt, sollte Blut abgenommen werden.
Es war ein Alptraum: Die Arzthelferin konnte die Ader nicht treffen und „puhlte“ in Maxis Arm herum. Dieser begleitete das Ganze mit lautem Geschrei. Bei einem zweiten Versuch hielten wir ihn zu zweit fest aber keine Chance. Mein armer Bub war danach fix und fertig und ich mindestens genauso sehr.
Nun müssen wir morgen nochmal zur Blutabnahme zum Doktor.
Als ich Maxi heute vorbereitete (ich werde ein Betäubungspflaster kaufen und ihm morgen auf den Arm kleben) sagte Maxi zu mir:

„Mama, weißt du was gut ist?
Dass heute nicht morgen ist.“