Gespräch mit der Schulbegleiterin

Heute Abend hat mich Maxis Schulbegleiterin angerufen.
Es ging zum einen über Maxis Freund M., den ich hier schon öfter erwähnt habe. Maxi ist M. hörig. Das habe ich schon der Lehrerin gesagt, bevor Maxi in die Schule gekommen ist.
Doch heute hat M. den Bogen überspannt: Als alle Kinder nach der Pause hoch ins Klassenzimmer gingen, sagte M. zu Maxi, er solle sich jetzt auch den Boden setzen- was dieser auch tat. Seine Schulbegleiterin sagte Maxi, er solle aufstehen, weil alle schon drin seien- doch  Maxi wollte erst aufstehen, wenn M. es ihm sagen würde. Doch dieser war schon im Klassenzimmer. Maxi stand erst auf, als die Schulbegeiterin ihm sagte, dass er M. fragen solle, ob er denn jetzt aufstehen darf…
Danach gab es ein Gespräch mit der Klassenlehrerin, Maxi und M. und es wurde klar gestellt, WER der Chef ist: Die Lehrerin. Darüber sind sich zumindest heute alle drei einig gewesen.

Zudem hat Maxi einen Trigger: Das Wort „Döner“ lässt ihn „ausflippen“. Keine Ahnung warum ausgerechnet dieses Wort ihn scheinbar zu einem Overload bringt…
Auf alle Fälle hat die Schulbegleiterin zusammen mit der Religionslehrerin im Reliunterricht das Thema angeschnitten und zusammen mit der Klasse erarbeitet, dass man doch besser nicht mehr „Döner“ zu Maxi sagt.

Generell versteht ist Maxi zu unterwürfig und macht immer das, was andere Kinder von ihm wollen… mein armer Schatz!!! Wie kann ich ihm bloß helfen? Warum hat er kein Selbstbewustsein? Zu Hause ist er doch auch nicht so und sagt, was er mag oder nicht… 😦

…schon wieder Ferien… (böse Mamagedanken!)

Nicht schon wieder: Ferien. Osterferien. Zwei laaange Wochen und Maxis Papa bekommt keinen Urlaub, weil er auf Lehrgang ist.
Bitte nicht missverstehen: Ich liebe meinen Maxi über alles. Aber er ist  nunmal anstrengend- ja, er ist anstrengend. Ich weiß, man darf sowas nicht denken und schon gar nicht schreiben….
Maxi ist besonders und ich liebe ihn dafür.
Seit ca. 2 Monaten hat er eine Marotte: Er fragt ständig: „Und jetzt?“ Klar, damit fordert er eine Richtlinie, eine Planung, eine Sicherheit ein. Aber kann mich ein Menschlein verstehen, wenn ich sage, dass alle 5 Minuten ein „Und jetzt?“ nervt?!
Dazu will Maxi permanent unterhalten werden. Ein „geh mal in dein Zimmer was spielen!“ wird zwar angenommen, aber nach 5 Minuten steht der kleine Knopf schon wieder auf der Platte: „Und jetzt?“
„Spiel doch noch ein bisschen Lego.“
„Hab ich doch gerade schon.“
„Dann male etwas.“
„Mag ich  nicht… ich will Playstation spielen oder Fernseh gucken!“
„Nein Maxi, nur vor der Kiste sitzen gibt es nicht. Geh jetzt in Dein Zimmer und…“
Er trollt sich. Puh, wo ist meine Kaffeetasse? Achnee, Paul hat ja Hunger, wir haben ja schon soundsoviel Uhr!
Während ich Paul füttere, kommt Maxi schon wieder angeschlappt: „Mama, und jetzt?“
„Maxi, geh noch ein bisschen spielen.“
„Hab ich aber doch schon… können wir nicht etwas zusammen spielen?“
„Wenn dein Bruder schläft.“
„Dann fütterst du ihn jetzt fertig und dann legst du ihn ins Bett.“
„So einfach geht das auch nicht.“
…schweigen…
„Und jetzt?“
Ahhhhhhhhh
„Später gehen wir raus, okay?“
„Ja.“
„Wollen wir auf den Spielplatz?“
„Nein, den mag ich irgendwie nicht mehr.“
„Wollen wir in den Hof?“
„Nein, wir bleiben zu Hause.“
„Gut.“
„Und was jetzt?“
….
Bitte, bitte lass diese Ferien schnell vorüber gehen!

Und täglich grüßt ein neues Problemchen…

Ihr wisst doch: Kaum denkt man, dass es mal richtig gut läuft- fällt irgendwo das Schicksal lachend vom Stuhl.

Wie ich ja schon freudig berichtet habe, läuft es mit Maxis Schulbegleiterin super. Er kommt mit, erledigt seine Aufgaben ordentlich und das erste Diktat sowie die erste Matheprobe hat er jeweils mit „sehr gut“ gemeistert (bei uns gibt es ja keine Noten, es stand „Das hast du toll gemacht!“ drunter.

Nun läuft es gerade alles so rund, da kommt am Sonntag eine SMS, dass Frau H. im Krankenhaus liegt und noch nicht weiß, ob ein Ersatz kommt…

Maxi findet das alles gar nicht so schlimm… klar, Frau H. ist da um ihn zu „nerven“- also ihn zurück zu holen, wenn er träumt. Die Hausaufgabe hatte er heute auch nicht so toll erledigt, wie ich es von den letzten Wochen gewohnt war.

Jetzt hoffe ich, dass die Johanniter schnell einen Ersatz schicken können! Drückt mal die Daumen!

(traurige) Gedanken eines kleinen Autisten #28

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„Mama, weißt du es gibt eine Sache, die doof ist an der Schule.“
sprach Maxi vorhin zu mir und ließ seine Beine traurig vom Bett baumeln.
„Was denn?“ wollte ich wissen
„Dass der M. nicht mehr mit mir spielen will…“
„Dann spiel doch mit dem David, der ist doch nett!“
sagte ich und legte meinen Arm um Maxis Schulter.
„Aber der spielt doch auch mit dem M. und immer, wenn ich M. frage ob ich mitspielen darf, sagt er nein.“
Betretenes Schweigen.
„Heute wollte er mich sogar verpetzen, dass ich ihn ärgere, weil ich ihm nachgelaufen bin und gefragt habe, was er spielt…“

Lieber, kleiner Maxi,
sch*** auf diesen Freund! Er haut dich und sagt, er sei dein Freund. Er IST KEIN Freund!

…sag das mal einem Autisten…

 

 

Erstes Elterngespräch mit Maxis Lehrerin (Mamas Frust!)

(Heute fühle ich mich so…. siehe Beitragsbild 🙂 )

Angesichts dessen, dass Maxi Autist ist, war der heutige Gesprächstermin bei Maxis Klassenlehrer eher verschwendete Zeit als sonst etwas…

Maxi kommt nicht richtig mit, schafft seine Aufgaben nicht in der vorgegebenen Zeit, isst sein Pausenbrot nicht, weil er die anderen Schüler beobachtet… er kippelt ständig mit dem Stuhl und wenn er etwas wiederholen soll sagt er „Das habe ich vergessen“ (seine Antwort für: „Das habe ich nicht mitbekommen.“)

Was soll ich sagen?
Wir haben nun ausgemacht, dass ich ein Belohungssystem einführe und er immer eine kleine Nascherei bekommt, wenn die Lehrerin in sein Heft geschrieben hat, dass er seine Arbeiten alle in der vorgegebenen Zeit erledigt hat. Nungut….

Ich brauche mich nicht aufzuregen. Ist doch auch zu viel verlangt, dass sich eine Sonderschullehrerin mit den Problemen eines Autisten auseinander setzt und vor allem HINEIN versetzt. Das habe ich ihr auch gesagt! Ja, habe ich. Also dass sie sich in Maxi hineinversetzen muss, um ihn zu verstehen.

Meine Güte… diese wenigen Wochen, bis der Schulbegleiter kommt, wird die Lehrerin ja wohl durchhalten!  Sie hat nur 9 Schüler und es sind 1,5 Lehrer pro Stunde plus eine Praktikantin alle zwei Wochen. Maxi ist „nur“ Autist… er stört nicht, schwätzt nicht… man muss ihn einfach 2-3 mal an die Aufgabe „erinnern“ und dann ist alles kein Problem. Bis jetzt hat er ALLE Schularbeiten richtig gelöst.

Ach, ich hasse es! Immer diese Kämpferei! Schon seitdem Maxi 3 Jahre ist, kämpfe ich für ihn (bis jetzt aber immer erfolgreich 😉 )
Gespräche… Erklärungen…Rechtfertigungen…. und immer dann, wenn man denkt: Jetzt läufts mal richtig, kommt wieder was. Unsere Kinderärztin spinnt auch momentan und will der Schule kein <Rezept für Logo und Ergotherapie schicken, weil sie denkt, ein Heilplan würde genügen. Tut es aber nicht, weil die Therapeuten nicht in der Schule angestellt sind, sondern externe Kräfte einer regulären Praxis sind, die in die Schule kommen um mit den Kindern zu arbeiten.

Das Jugendamt

Zugegeben,  ich hatte ja so ein bisschen ein flaues Gefühl in der Magengegend, als ich erfuhr, dass sich das Jugendamt um die Schulbegleitung kümmert… auch als sich die Dame vom Jugendamt anmeldete, um Maxi kennen zu lernen, hatte ich so ein mulmiges Gefühl.

Aber alles nicht wahr! Die Frau war absolut nicht an unserer Wohnsituation interessiert (bei uns gibts auch nix Negatives—bei uns ist es sauber genug um gesund, und dreckig genug um glücklich zu sein)
Die Frau war wirklich nur gekommen, um Maxi kennen zu lernen und sich von seinem Autismus zu überzeugen. Frau D. redete lange mit mir, wie auch schon bei den zwei Terminen zuvor. Natürlich sprach sie auch mit Maxi und fragte ihn über die Schule aus.

Das Ende vom Lied: Wie schonmal berichtet ist die Schulbegleitung genehmigt und nach dem heutigen Telefonat mit Frau D. auf 25 Stunden/Woche festgelegt.
Das ist so toll! Und alles haben wir Frau D. zu verdanken, die bei ihren Vorgesetzten die Schulbegleitung und die hohe Stundenanzahl durchgeboxt hat.

Von wegen, das Jugendamt nimmt Kinder weg oder „…wenn du einmal das Jugendamt im Haus hast…“ nix der Gleichen! Die Aufgabe des Jugendamtes ist in erster Linie Eltern zu Helfen und zu Unterstützen.

Ich kann nur jedem raten: Keine Angst vorm Jugendamt!
Wenn man keinen „Dreck am Stecken“ hat, helfen sie einem, wo sie können- immer im Wohl des Kindes.

Maxis erster Schultag

DSCN0466  Gestern war es soweit: Mein Maxi wurde eingeschult. In eine wundervolle Förderschule mit dem Schwerpunkt „lernen“.

Frühs holte uns  sein Papa ab und wir fuhren gemeinsam zur Schule, wo wir auch meine Eltern trafen.

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Anschließend ging es in den liebevoll gestalteten Klassenraum. Neun Bänke standen im Kreis und in der Mitte standen Blumen. Auf einem großen (Ess-)Tisch waren Äpfl in einer Schale trapiert und eine Zimmerecke wurde zu einer Spielecke umfunktioniert, ausgelegt mit bunten Teppich, bunten Regalen mit Legos und Büchern. Wir unterhielten uns mit den verschiedenen Lehrkräften, der Sozialarbeiterin und dem Rektor.

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Nun mussten die Eltern in die Aula gehen. Dort hatte der Elternbeirat allerlei Kuchen und Kaffee vorbereitet. Nach 45 Minuten kamen dann die Kiddies und wir durften nach Hause gehen.

Doch wir gingen noch zum „Schulkinderempfang“, der alljährlich in Maxis Ex-Kita statt findet. Dort gab es nochmals Kuchen und jede Menge lobender Worte für Maxi, der sowieso vor lauter Aufregung kaum noch ein Wort raus bekam und erst einmal spielen gehen musste 😉maxi1

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Nachmittags gingen wir dann noch ins Schönbusch, einem Naherholungsgebiet. DOrt gab es (wieder) Kuchen und Kaffee und für Maxi einen Eisbecher.