Ja, ich erpresse mein Kind.

Ich gebe zu, dass ich zuweilen dazu neige, mein Kind ein bisschen zu erpressen…
Lasst es mich erklären: Maxi ist sehr dünn und isst viel zu wenig. Dass er seine volle Stunde Playstation spielen kann, muss sein Pausenbrot leer gegessen sein.
Auch Nachtisch gibt es nur, wenn der Teller leer gegessen wurde.

Aber ist das falsch? Das sind die einzigen zwei Dinge, bei denen Maxi erpresst wird.

Erpressen ist ein Zeichen von Schwäche. Aber ja. Beim Thema Essen muss ich kapitulieren, da sind mir alle Mittel recht- der Bub fällt mir sonst gänzlich vom Fleisch!

Aber heute kam die Retourkutsche: Maxi sagte beim Abendessen zu mir: „Entweder du machst jetzt den Fernseher an, oder ich esse keine Pommes!“
Als Strafe muss er heute alleine ins Bett… blödes Gefühl sein Kind zu bestrafen, wenn man selbst ein Erpresser ist… 😦

Gedanken eines kleinen Autisten #43

Manchmal- kurz vorm Schlafen- spielen Maxi und ich „Ich sehe was, was Du nicht siehst.“***
Gestern sagte er zu mir: „Ich sehe was, was du nicht siehst und man kann es nicht sehen und nichts davon ist durchsichtig.“
„LUFT“ triumphierte ich, lag aber völlig falsch.
„Mein Mama, NICHTS ist die Antwort: Man kann es nicht sehen und nichts davon ist durchsichtig.“

Auch logisch…irgendwie. 🙂

 

***Maxi und ich nehmen uns täglich 30 Minuten Zeit. Das ist dann abends, wenn Paulchen schläft: Da lege ich mich mit in Maxis Hochbett, dann lesen wir etwas und reden noch ein bisschen über den Tag.

50 Cent beschimpft Autisten

Ein Satz mit X, das war wohl Nichts: 50 Cent, 39, weiß einfach, wie man in die Negativ-Schlagzeilen gerät. Der Skandalrapper postete vor wenigen Tagen ein Video auf seinem Instagram-Account, in welchem er sich offensichtlich über einen jungen Mann lustig macht und diesen auf fieseste Art beschimpft. Das Opfer: Andrew Farrell, 19, und Hausmeister am Flughafen in Cincinnati. Was dem Musiker allerdings nicht klar zu sein scheint: Das Opfer seiner Pöbelattacken leidet an  Autismus.

50 Cent schockt die Fans

Mit dieser miesen Aktion schockte Rapper 50 Cent nun erneut seine Fans: Der 39-Jährige machte sich dank eines Irrtums mal wieder ziemlich unbeliebt. Am Flughafen in Cincinnati filmte er sich dabei, wie er den 19-jährigen Hausmeister Andrew Farrell auf übelste Art und Weise beleidigte und postete das Video auch noch prompt bei Instagram. Das Video ist dort zwar mittlerweile nicht mehr verfügbar, jedoch lässt es sich bei YouTube immer noch aufrufen.

„High wie ein Motherf***er“

Weil der 19-jährige Andrew Farrell nicht auf seine Kommentare reagierte, zog 50 Cent direkt den Schluss, dass der junge Mann unter Drogen stehen muss:

Die neue Generation ist verrückt. Welche Drogen der wohl genommen hat?,

mutmaßt er in dem Video und während sich der Flughafenmitarbeiter nicht beirren lässt und weiter seinen Wagen schiebt, setzt 50 Cent sogar noch einen drauf:

High wie ein Motherf***er!

Als wäre diese Aktion nicht ohnehin schon völlig daneben, weil 50 Cent einen völlig fremden Mann öffentlich demütigt, wird die Geschichte noch viel brisanter: Was der Rapper nämlich offenbar nicht weiß: Andrew Farrell leidet an verschiedenen Behinderungen. Wie das US-amerikanische Portal „TMZ“ von dem Vater des Jungen erfahren haben will, leide Andrew an Autismus, dem Asperger-Syndrom, einer Soziophobie sowie einem Hörschaden.

So sah 50 Cents Entschuldigung aus

Autsch! Mittlerweile wurde auch 50 Cent davon in Kenntnis gesetzt, dass seine Aktion offensichtlich völlig daneben war. Kleinlaut entschuldigte sich der Rapper in einem offiziellen Statement bei Andrew Farrell:

Es tut mir wahrhaftig leid, diesen jungen Mann beleidigt zu haben – es handelt sich um ein unglückliches Missverständnis. Es war sicher nicht meine Absicht, ihn oder andere behinderte Menschen zu beleidigen. Ich habe mich persönlich bei ihm und seiner Familie entschuldigt,

Angeblich seien Andrew Ferrell und seine Familie mit der öffentlichen Entschuldigung zufrieden. Kurz zuvor hieß es noch, der Vater des Opfers fordere 1 Millionen Dollar von dem Rapper.

Ohne Worte…

Sommerferien…

Sommer

Ohje, jetzt haben wir noch nicht einmal die Pfingstferien und ich zerbreche mir den Kopf über die Sommerferien…

Was stelle ich nur mit meinem Maxi an? 6 Wochen lang?
Ich habe schon bei den Ferienfreizeiten angerufen, aber es gibt keine Sonderpädagogen, die sich um einen Autisten kümmern könnten… Inklusion?! Gibts nicht.
Obwohl ich erklärte, dass er an sich keine Ganztagsbetreuung braucht, sondern nur jemand, der ihn- falls er sich von der Gruppe abkapselt- wieder dazu holt. Nein, nicht möglich- vielleicht ändern sich die Rahmenbedingungen nächstes Jahr.

Also was stelle ich nur 6 Wochen lang mit meinem Maxi an? Paulchen ist 3 von 6 Wochen auch zu Hause, also fallen größere Ausflüge (wie Schwimmbad) flach, weil Maxi nicht alleine ins Wasser geht und ich Paulchen ja nicht alleine stehen lassen kann.
Den Spielplatz findet Maxi langweilig, im Hof hat er Angst vor Wespen (seitdem er letztes Jahr gestochen wurde)…

Für Anregungen und Tipps bin ich offen und dankbar…

(Pfingstferien sind nicht schlimm, weil Paul in der Krippe ist und ich Zeit für Maxi habe)

Nachgelesen: Autismus und ADHS

Neuere Studien weisen daraufhin, dass eine Überlappung von Autismus und ADHS in ca. 50% der betroffenen Kinder vorliegt. Genetische Untersuchungen legen ein polygenetisches Geschehen nahe. Assoziationsstudien finden 16 „single nucleotid“-Polymorphismen, die für beide Störungen relevant sein können. Und schließlich wurden in neurobiologischen Untersuchungen zwar deutliche Unterschiede beobachtet, bei beiden Störungen ist jedoch das Frontalhirn involviert.

Banaschewski T et al. Autismus und ADHS über die Lebensspanne. Nervenarzt 2011; 82: 573–81

 

Kommentar: Klinisch fällt bei vielen Kindern mit einer Autismus-Spektrumstörung auf, dass sie auch an einer ADHS-Symptomatik leiden, umgekehrt werden bei einem Teil der Kinder mit ADHS autistische Verhaltensstörungen beobachtet. Die Autoren weisen daher zu Recht darauf hin, wie wichtig es ist, bei jedem Kind mit der Diagnose Autismus nach dem Vorliegen einer ADHS-Symptomatik zu suchen. Umgekehrt sollte bei Kindern mit der Diagnose ADHS auch das mögliche Vorliegen von autistischen Zügen abgeklärt werden. Dies hat therapeutische Konsequenzen: Wie bei der idiopathischen ADHS, so ist auch bei der ADHS assoziiert mit einer autistischer Störung Methylphenidat wirksam. Jedoch sollte die Dosis bei Kindern mit Autismus und ADHS sehr niedrig begonnen und in kleinen Schritten bis zum Wirkungseintritt gesteigert werden. In der Regel sind geringere Dosen erforderlich. Die Wirksamkeit ist geringer als bei Kindern mit reinem ADHS. Kinder mit ADHS und autistischen Zügen profitieren von dem bei Autismus eingesetzten Risperdal. Eine Kombination von Risperdal und Methylphenidat wird von den Autoren empfohlen. Viele Mütter leiden darunter, dass ihr Kind mit ADHS kaum Freunde hat und wenig Interesse daran zeigt, sich zu verabreden. Sollten in solch einem Fall zusätzlich autistische Stö- rungen diagnostiziert werden, so könnte dies Einfluss auf die Beratung hinsichtlich der Freizeitgestaltung des Kindes haben. Dr. Kirsten Stollhoff

Quelle

Gedanken eines kleinen Autisten #42

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„Mama, weißt du, dass manche Berufe wichtig sind- also nicht nur zum Geld verdienen?“

„Na klar.“

„Zum Beispiel mein Papa. Sein Beruf ist sehr wichtig!“ (Soldat auf Zeit)

„Das stimmt, aber mein…“

„Dein Beruf ist nicht so wichtig.“

„Natürlich! Ich verkaufe Lebensmittel- wo sollen die Leute sonst ihr Essen her bekommen?“

„Na, da gehen sie einfach in ein anderes Geschäft.“

bumm… 🙂

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Elterngespräch

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„DIG SG hist., Literatur, „“Der Struwwelpeter““, „“Der Zappel – Philipp““, Illustrationen von Dr. Heinrich Hoffmann, Bild 2 von 3, Struwelpeter, Maerchen, Kinderbuch, Paedagogik, Zappelphilipp, Tisch, Esstisch, umkippend, fallend,“ (KEYSTONE/INTERFOTO/Sammlung Rauch)

Heute hatte ich ein Elterngespräch mit Maxis Lehrerin.
Ich habe die Befürchtung, dass Maxi zu seinem Autismus auch noch ADHS hat. Leider wurde mir diese Angst auch nicht genommen, sondern eher bestärkt… Also werden wir in den Pfingstferien mit einpaar Gutachten der Lehrerin zum Kinderarzt gehen. 😦 Armes Mäxchen!!! Er sei im Moment total durch den Wind- scheinbar wegen dem 3-fachen Wechsel der Schulbegleiter.
Doch es gibt auch etwas Possitives: Maxi liefert (mit Unterstützung) super Arbeiten ab. Im letzten Diktat hatte er nur 1 Fehler und beim letzten Kopfrechnenblatt hatte er sogar 30 von 30 Punkten!

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