Ich war ein „dreckiger Vegetarier“ :-)

 

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Es war einmal vor laaanger Zeit…
Ich arbeitete in einer Metzgerei und die Arbeit machte mir viel Freude. Wir hatten als Mitarbeiter ein „offenes Buffet“ und konnten uns Bedienen, wenn wir hungrig waren. Dem entsprechend hatte ich damals noch einpaar mehr Kilos auf den Rippen, als ich jetzt habe.
Eines schönen Nachts bekam ich plötzlich einen schrecklichen Juckreiz am ganzen Rücken. Mit einer Gabel (ja, ich weiß…) kratze ich mir den ganzen Rücken blutig. Selbst verständlich ging ich am nächsten Tag zu meinem damaligen Hausarzt und bekam erstmal eine Cortisonsalbe und eine Überweisung zum Hautarzt.
Die Hautärztin machte einen Allergietest (den ganz einfachen Pricktest) denn mein Juckreiz hatte sich mittlerweile über meinen ganzen Körper ausgebreitet und es bildeten sich immer Wasserbläschen (sah aus wie Mückenstiche) und verschrieb mir ein starkes Antihistaminika.
Der Allergietest zeigte 63 Lebensmittelunverträglichkeiten an. Laut Ärztin musste einer der Ausschlaggeber für meine Urticaria (Nesselsucht) sein.
Ich ließ sämtliche 63 Lebensmittel weg und aß nur noch Reisplätzchen mit Honig.
Ich war am verzweifeln…. das Antihistaminika sollte ich nur nach Bedarf nehmen, doch den hatte ich täglich. Die Ärztin meinte immer nur: nicht so viele Tabletten nehmen und da müsse ich durch!
Sogar bei einem Heilpraktiker war ich, der mir eine Phosphorallergie diagnostizierte und mir grüne Äpfel verbot (und einiges mehr)
Bis ich eines Tages durch Zufall in der Praxis meiner Hautärztin mitbekam, dass eine Frau nach Darmstadt in die Hautklinik überwiesen wurde. Und genau darauf sprach ich dann die Ärztin an: Könnte sie mich nicht auch in die Allergiesprechstunde nach Darmstadt überweisen? Ja, sie tat es.
Nach knapp zwei Jahren fuhr ich mit Bahn und Bus nach Darmstadt in die Allergiesprechstunde und klagte mein Leid. Ich wurde für eine Woche stationär aufgenommen und bekam eine „Leerdiät“ verordnet. Das bedeutete: Kartoffeln, Reis und Salz. Mehr nicht. Dabei wurden mir dann sämtliche Sorten Wurst und Fleisch auf den Rücken geklebt- 3 Tage lang… Leute, ich roch gut… 🙂 Und der Rücken juckte so stark, dass ich Nachts nicht schlafen konnte!
Und heraus kam: Eine tierische Protein Kontaktallergie.
So. Nun stand ich da und musste meinen Job kündigen. Doch genau an dem Tag, als ich aus der Hautklinik entlassen wurde, stand in der Zeitung ein Stellengesuch für einen Biomarkt (Käsetheke) und darauf bewarb ich mich und bekam die Stelle.
Ich wurde Vegetarierin (zwangsweise) und ernährte mich fortan sehr gesund. Zum Glück vertrug ich Käse und Butter.
7 Jahre arbeitete ich dort und wurde sogar stellvertretende Marktleiterin. Das war eine sehr schöne Zeit. Meine Chefin nannte mich immer eine „dreckige Vegetarierin“ weil ich ja nicht aus Überzeugung fleischlos lebte.
Leider zogen wir dann nach Limburg und ich wurde (zum Glück) mit Maxi schwanger. In der Schwangerschaft vertrug ich noch kein Fleisch (ich testete natürlich immer wieder, denn Allergien können ja auch weg gehen) Doch nach Maxis Geburt aß ich dann mein erstes Steak. Schön blutig und es schmeckte wie… ach, es war einfach superlecker!

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Autor: kiki0104

Bin Mama von 2 wundervollen Jungs, 35 Jahre und komme aus Aschaffenburg.

39 Kommentare zu „Ich war ein „dreckiger Vegetarier“ :-)“

  1. Du Arme, was für eine Leidensgeschichte…

    Ich kann nur mit einer zeitweisen Milcheiweissallergie dienen….da musste ich auch ordentlich Diät halten, keine Milchprodukte, Butter, nur selbstgebackenenes Brot (Milcheiweiss ist auch in Brot, damals zumindest)…..nix Gebackenes….1 Jahr lang…….danach war es weg ;-)…aber ein Leben ohne Steak…..HART!!! 😉

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      1. Es war heftig. Weil ich immer von der Ärztin vertröstet wurde und nur Tabletten bekam. Dabei lag das Ergebnis doch eigentlich auf der Hand.

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  2. Interessante Geschichte mit einer unerwarteten Wende. Augen öffnend, dass es als „dreckig“ hingestellt wird, wenn man sich nicht aus ideologischen Gründen vegetarisch ernährt.

    Liebe Grüße und lass es Dir schmecken! Und nicht unterkriegen lassen.
    Christian

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      1. Auf „dreckiger Vegetarier“ muss man erst mal kommen. Dann war ich früher wohl auch mal so einer :). (Wobei das heute etwas anders ist – Veganer lässt grüßen ;))

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  3. Als Kind (ca 2 Jahre alt) liebte ich Kiwis. Ich aß sie täglich und bekam am ganzen Körper Ausschlag. Diagnose: Das Kind hat einen Vitaminüberschuss.

    Daraufhin versteckten meine Eltern die Kiwis, aber ich „kletterte“ an den Griffen der Küchenschubladen hoch, nahm mir eine Kiwi und biss rein (mit Schale!) Meine Eltern wunderten sich warum dauerd einer der Schubladengriffe (es waren so runde „Knöpfe“) abbrach und Papa das Kleben musste 😀

    Heute ist klar, dass ich eine Kiwi Allergie habe. Ich vertrag Kiwi auch heute (28 Jahre später) noch nicht.

    Ich weiß aber nicht wen von euch ich mehr bemitleiden muss: Die, die kein Steak, oder die, die keinen Kuchen & Co essen durfte 😉

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    1. Ich habe schon seit Jahren keine Kiwis mehr gegessen. Und sie fehlen mir auch nicht. Wenn ich sie früher gegessen habe, habe ich immer zuerst ein pelziges Gefühl im Mund gehabt bis hin zu regelrechten Atem- und Schluckproblemen. Austesten wie das heute ist, muss ich da wirklich nicht.

      Hach, ohne Steak ist doch heutzutage kein Ding mehr. Und auch mit Milcheiweißallergie kann man Brot und Kuchen essen. Schon mal beispielsweise rohvegane Kuchen und Torten gegoogelt? Oder „Kuchen vegan“? Was mit Milcheiweiß geht, geht auch ohne :).

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      1. Ohne Steak und Fleisch und Wurst als „Fleischfresserin“ war hart am Anfang, ging aber. Jetzt lebe ich ausgewogener und esse manchmal tagelang keine Wurst/Fleisch. Schadet auch nicht. Aber es ist auch ein Unterschied ob man nicht will, oder nicht darf- finde ich.

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      2. Ich hatte damals vermutlich verdorbenes Fleisch gegessen, denn mir ging es danach tagelang sehr schlecht. Und danach war es einfach so, dass ich zuerst bestimmte Fleischsorten nicht mehr essen wollte, und dann überhaupt keines mehr.

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      3. Ich hab schon oft beim Marmorkuchen die Milch durch Wasser ersetzt. Hat keiner gemerkt 🙂

        Ohne Steak würde mir schwer fallen, da ich es einfach mag. Esse es aber erst seit einem Jahr.

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