Depressionen

Ich hasse meine (Wochenbett-) Depressionen!
Und wie sehr… ich kann es nicht beschreiben!
Ich bin so ein glücklicher, unglücklicher, glücklicher, unglücklicher Mensch. Genau das beschreibt es.

Es gibt absolut keinen Grund für mich, unglücklich zu sein. Und dennoch bin ich es. Und sollte ich mal wider erwartend einen guten Tag haben, fängt garantiert mein Zahn wieder an weh zu tun- obwohl er geröntgt wurde und nix hat. DAS nenne ich crazy! Aber dann habe ich wieder etwas zum Grübeln und/oder Panik zu bekommen…
Zum Glück merken es die Kinder nicht- oder besser gesagt: Ich hoffe es oder ich denke, ich kann es gut verstecken.
Meine Medikamente nehme ich. Möchte nicht wissen, wie ich ohne herum hängen würde. Wenn ich- ganz selten- mal eine Einnahme vergesse, dann bemerke ich es spätestens eine Stunde später: Das Gedankenkarussell dreht sich dann wie verrückt und ich grübele über seltsame Dinge. Spätestens dann weiß ich: „Ups, du hast was vergessen!“

Leider verstehen immer noch viele Leute nicht, dass Depressionen eine Krankheit sind. Bei mir ist es vererbt. In der Familie meines Vaters (sowie mein Vater) gibt es gehäufte Fälle von Depressionen: Meine Tante, meine Cousine, meine Oma.
Mein Freund versteht mich nicht. Er sagt es selbst, dass er es sich nicht vorstellen kann. Aber trotzdem ist er sehr lieb und versucht mich zu unterstützen, wenn es mir mal schlecht geht. Oder er versucht mich ganz süß aufzuheitern (was mich natürlich in dem Moment nervt) aber er versucht es ganz niedlich, mich mit Witzen wieder ein wenig fröhlich zu stimmen.

Meine Psychotherapeutin meint, dass ich mich mehr loben müsse und selbst ein wenig mehr lieben sollte…
Ich kann mich aber nicht lieben, solange ich diese schei*** Depressionen habe!

Wenn es mir ganz schlecht geht, möchte ich nur schlafen. Aber das geht ja nicht. Wenn mein Freund da ist, kümmert er sich dann um Paul und ich kann mich eine Stunde hinlegen- oder auch zwei. Mehr geht aber nicht. Und schon gar nicht, wenn Maxi da ist… Dann muss ich funktionieren und für meine Kinder da sein.

Ich bin so froh, dass ich nächstes Jahr wieder arbeiten gehen kann.
Das hat nichts mit meinen Kindern zu tun, oder dass ich sie nicht liebe… im Gegenteil! Ich weiß, dass es mir viel besser geht, wenn ich arbeite. Das ist komisch und merkwürdig. Aber als ich noch (bis zu miener Schwangerschaft) arbeitete, hatte ich zwar auch Depressionen, aber wesentlich leichter und weniger. Panik hatte ich so gut wie nie.
Ich freute mich jedes mal, Maxi von der Kita zu holen und genauso freute ich mich, arbeiten zu gehen.
Nächstes Jahr geht Paul dann in die Krippe und Maxi weiterhin zur Schule bis 16:00 Uhr. Hoffentlich finde ich einen Job, bei dem ich bis 15:00 Uhr arbeiten kann. (Also Frühschicht). Ist im einzelhandel halt leider alles nicht so einfach…

Autor: kiki0104

Bin Mama von 2 wundervollen Jungs, 35 Jahre und komme aus Aschaffenburg.

11 Kommentare zu „Depressionen“

  1. Ich denke, jemand, der noch nie Depressionen hatte, kann das nicht nachvollziehen. Ich hatte nur Wochenbettdepressionen, das ist mit Deinen sicher nicht zu vergleichen, aber das hat mir schon gereicht.Kind am

    Du bist eine wirklich tolle Mutter, alles, was Du hier geschrieben und gezeigt hast, was DU für Maxi gemacht hast, um ihm das tägliche Leben zu erleichtern. Dann all Deine Behördengänge ! DU kannst Dich ruhig mal zurücklehnen und Deine Erfolge bewundern, Du Löwenmama! LG Ann 😉

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    1. Danke Ann, das tut gut…. aber da ist immer noch ein Aber…. ich könnte besser sein. Aber ich weiß es ja, ABER…ABER…ABER… Ann, doch du kannst das mit Wochenbettdepressionen vergleichen. Ist das Selbe, bloß das meins nicht weggehen mag.
      Ich weiß und verstehe auch, dass man Depressionen als Außenstehender nicht verstehen kann… ist auch schwer nachvollziehbar, dass jemand, der glücklich ist, unglücklich ist 😉

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      1. jeder kann immer besser sein….aber da kann man auch am Randes Wahnsinns landen!!!!1 Du machst einen tollen Job Punkt Ende…..ICH WEISS DAS

        PS: Ich verstehe auch, dass ein Trösten Dich da nicht rausholt, hoffentlich lindern die Argumente! Du hast hier genug Beweise geliefert, dass Du eine klasse Mutter bist!

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  2. Ich verstehe dich nur zu gut…

    Darf ich dir eine Frage stellen? Du darfst dir zum Beantworten auch gerne etwas mehr Zeit lassen… Was sind die 3 Eigenschaften, die du an dir selbst am meisten magst bzw. schätzt?

    Alles Liebe Dir,
    Julia

    https://hochsensibel1753.wordpress.com/2015/07/12/aus-dem-leben-einer-hochsensiblen-2/

    http://hochsensibelsein.de/hochsensibilitaet-selbstliebe-und-energie/

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      1. Oh ja – Gutes über sich selbst zu sagen fällt den meisten Menschen schwer.

        Hey – das sind ja richtig wundervolle und vor allem wertschätzende Eigenschaften auch für dein Umfeld – schön!

        Da kannst du wirklich stolz auf dich sein!

        Pass gut auf dich und diese Eigenschaften auf – vor allem, tu auch dir ab und an was Gutes und nicht nur den anderen…

        Wann hast du dir das letzte Mal etwas Gutes getan?

        Alles Liebe,
        Julia

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